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    Magazin Artikel vom 21.03.16
    Online-Erziehung

    Über eine Online-Erziehung kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Es gibt SM-ler die eine ausschließliche Online-Erziehung befürworten, strikt ablehnen oder aber eine Kombination zwischen Online,- und Real-Erziehung praktizieren. Dies bedeutet dann, beide Methoden anzuwenden.

    Allerdings läßt sich auch immer wieder darüber streiten, ob eine wirkliche Erziehung und Ausbildung hier überhaupt möglich ist.

    Nach Vielerlei Ansicht kann eine "Erziehung" nämlich nur dann stattfinden, wenn auch real der Umgang miteinander besteht. Das heißt, beide Partner kennen sich real so gut, daß geschriebene Worte und Sätze mit realen Situationen und Reaktionen sowie Handlungen und Folgen bildlich umsetzbar und nachvollziehbar sind. Also quasi "fühlbar" oder "spürbar" sind, als ob sie in der Realität geschehen.

    Andererseits scheinen widerum viele Doms und Dominas wie auch Subs jedoch der Ansicht zu sein, daß sich eine Online-Erziehung und Ausbildung sowie die D/s-Beziehung einzig und allein auf der Web-Ebene abspielen kann.

    Was aber spricht denn nun eigentlich für eine Online-Erziehung und was dagegen. Wo liegen die Gefahren, und was sollte man in diesem Zusammenhang beachten.


    Möglichkeiten der Online-Erziehung


    Wenn man sich also im Web mal so umhört und umschaut, bekommt man manchmal den Eindruck, als wäre Online-Erziehung der Renner schlechthin. Dabei werden auch alle möglichen Wege genutzt, die man sich nur denken kann, wie E-Mail und Messenger, Chatrooms und Communitys sowie Voice-Chat und Webcam. Ja sogar Webseiten für Erziehungsaufgaben gibt es bereits.
    Die gängigste Methode bei der Online-Erziehung ist dabei wohl die "schriftliche" Erziehung in Chatrooms oder über Messenger.


    Vorteil der Online-Erziehung


    Gerade in unserer heutigen Gesellschaft hat die Online-Erziehung den Vorteil, daß man anonym und "sicher" im Net agieren und erziehen kann.


    Nachteil der Online-Erziehung


    Bei der reinen Online-Erziehung stellt sich allerdings zunächst die Frage, ob der Sub überhaupt wirklich das tut, was der Herr verlangt beziehungsweise wie es ausgeführt wird. Die gleiche Frage gilt aber auch für den Herrn, denn am und über den Computer ist Vieles machbar. Hier kann man nämlich Jemandem ganz einfach Dinge und Situationen suggerieren, die es in Wahrheit gar nicht gibt.

    Zum Beispiel sitzt dabei der "Herr" vor dem PC und befielt dem "Sub", ihm zu beschreiben, was "Sub" gerade an Kleidung trägt. "Sub" tönt natürlich mit Superdünn-Slip, halb bedeckenden BH und halterlosen Nylons, was dem "Herrn" natürlich sehr gut gefällt. Sogleich gibt er dann auch die Anweisung, daß "Sub" den BH ausziehen und sich an den Brüsten streicheln soll. Und zwar solange, bis ihre Nippel steif werden. Während dessen schreibt der "Herr" aber Bestellungen für seine Firma und schaut zwischendurch verstohlen auf das Textfenster des "Sub". "Sub" zeigt sich indes im Textfenster als oben ohne und sehr erregt, da sie sich nach Weisung des "Herrn" an den Brüsten streichelt. Tatsächlich chattet "Sub" jedoch noch mit zwei anderen Leuten fröhlich im Web, und ist alles Andere als erregt und entkleidet.

    Dies ist ein kleines Beispiel, wie es im Netz nicht selten zugeht. Vieles kann man sagen, befehlen und tun. Ob es dann jedoch wirklich so ausgeführt wird, beziehungsweise ob man zum Beispiel wirklich erregt ist, kann online kaum nachvollzogen werden.

    Das Gleiche gilt ebenso für das Ausüben von Torturen. In Worten läßt sich leicht die Peitsche niedersausen, der Rohrstock schwingen und mit einem "ffft klatsch" unterstreichen. Doch die Wirkung und den Schmerz kann Sub nicht spüren. Genauso wenig, wie der Herr die Empfindlichkeit und Schmerzgrenze feststellen kann.
    In dieser Form ist die Online-Erziehung also dann wohl eher auch ein Witz, und hat mit SM nicht wirklich viel zu tun.

    Ein weiterer Nachteil der Online-Erziehung besteht darin, daß man den Menschen nicht in die Augen schauen und sie beobachten kann, was in der Erziehung und Führung eines Sub aber wichtig ist.

    Auch ist man irgendwie immer an die Technik gebunden, die einem jederzeit einen Strich durch die Erziehung machen kann. Sei es durch Hardwareausfälle, Softwareprobleme oder gar, weil die Internetverbindung ständig abreißt. Dies wäre in etwa vergleichbar, als würden irgendwelche Leute ständig in eine Unterhaltung reinquatschen.


    Wann macht eine Online-Erziehung Sinn?


    Dennoch kann eine Online-Erziehung Sinn machen.
    Sie macht nämlich Sinn beim Lernen im theoretischen Bereich oder bei Aufgaben, die online vergeben und genauso nachgeprüft werden können.
    Eine solche Erziehung ist aber nur zeitweise oder befristet sinnvoll, da der Hauptteil nur real richtig gelehrt werden kann.

    Auch wenn es um Gefühle, Empfindungen und Emotionen in Verbindung mit körperlichen Berührungen geht sowie um die Anwendung von Torturewerkzeugen,- und Hilfsmittel, ist eine solche Online-Erziehungsmethode normalerweise gänzlich ungeeignet.

    Dabei kann aber als befristete Überbrückung bei großen Wohnort-Distanzen oder als Ergänzung zu einer realen und persönlichen D/s-Beziehung und Ausbildung dienen.

    Eine Online-Erziehung kann in der Regel also nur bedingt praktiziert werden.


    Fake-Problem


    Der nächste Punkt ist das Problem mit Fakes und anderen zweifelhaften Personen.

    Obwohl man Fakes eigentlich relativ gut erkennen kann, Ausnahmen mal abgesehen, ist für diese eine Online-Erziehung die beste Plattform, um sich ihrer sexuellen Phantasie und Begierde zu frönen. Oftmals haben die dann aber noch nicht mal im Entferntesten etwas mit SM-Handlungen zu tun, sondern werden lediglich mehr schlecht als recht kopiert und suggestiert. Kennt man sich jedoch in der SM-Szene aus und weiss die Basis von SM, stellt man schnell fest, daß solche Menschen allenfalls bessere Sexisten sind, die Frau oder Sub nur als Objekt ihrer Begierde sehen und nicht als Mensch mit Seele.

    Gerade Anfängerinnen und Unerfahrene gehen diesen Personen deshalb sehr oft in die Falle, was man schon sehr oft feststellen konnte.

    Benachteiligt werden durch die Fakes aber auch Doms, die noch unerfahren sind und erst lernen müssen, wie man mit dem Sub oder der Frau richtig umgeht.
    Durch ihre manchmal holperige und unsichere Handlungsweise werden sie daher oft mit Fakes verwechselt. Jedoch haben Anfänger, die in das Gebiet "SM" einsteigen wollen, völlig andere Ansichten wie Fakes und Möchtegern-Doms.

    Im Rahmen einer Online-Erziehung oder eventuell auch einer realen Erziehung, findet man deshalb auf Seiten von Doms und Dominas sogenannte Bewerbungs-Formulare. Vor dem Kennenlernen des Herrn und einer Ausbildung, Erziehung und Führung, sind diese dann erstmal von interessierten und suchenden Subs peinlichst genau auszufüllen.

    Hierbei werden sowohl allgemeine, private als auch intime Daten verlangt, die normalerweise erst im Verlauf eines näheren Kennenlernens erfragt werden beziehungsweise sowieso erst im späteren Verlauf einer D/s-Beziehung relevant sind.


    Schlußwort


    SM ist Real-Life und keine Sache. Es ist kein Spiel, welches man auf dem Computer wie ein Online-Game spielt. Und SM ist mehr als nur ein "Püppchen navigieren". Schließlich schläft und lebt man mit seinem Partner ja auch nicht per Computer oder erzieht die Kinder via Internet.
    Bewertung (Durchschnitt): +3.5  Durchschnittliche Bewertung +3.5
    Bisher 4 mal bewertet

    Kommentare:
    Von
    xxxxxxxxxxxx
    21.03.2016
    da kann man nur zustimmen,was man da liest.
    aber man kann dies auch noch vervollständigen,indem man die Webcam,als Kontollfunktion zuschaltet.
    da ist mogeln ausgechaltet.

    Von
    xxxxxxxxxxx
    20.05.2016
    Warum schreibt hier jemand über Online Erziehung, der diese Spielart noch nie betrieben und/oder ablehnt einen Artikel?

    Vorteile 3 Zeilen- Nachteil ca50 Zeilen. !!!

    Online kann, richtig betrieben, eine gute Alternative oder Ergänzung zum realen Spiel sein. Da gehört Vertrauen und Sensibilität zu. Ich finde es ist für den Top schwieriger als real, weil er sich mehr in den Sub hineinversetzen und die Wirkung der Aufgaben vorher gut abschätzen muss.

    Das online Spiel ist nicht jedermanns Sache, aber man sollte es auch nicht aus purem Unverständnis nieder schreiben.

    Schöne Grüße

    Von
    xxxxxxxxx
    28.09.2016
    Der Magazinartikel über die Online-Erziehung gibt eine strukturierte Übersicht über Vor- und Nachteile sowie die Voraussetzungen und Möglichkeiten diese Erziehungsform, aber leider überwiegt dabei die negative Betrachtung.

    Wann kann eine Fernerziehung überhaupt nur funktionieren? Doch nur, wenn beide Partner immer ehrlich und vertrauensvoll miteinander umgehen und vor allem der Zögling dabei Selbstdisziplin wahrt. Für den Erzieher ist es unbefriedigend, wenn er das Gefühl hat, der Zögling hintergeht ihn. Und wenn der Zögling sich nicht an die Anweisungen des Erziehers hält, dann betrügt er sich im Grunde genommen selbst, ihm entgeht ja dann das Gefühl sich fallen zu lassen bzw. mal schwach zu sein. Wenn nur einer der beiden Partner dazu nicht bereit ist, dann sollte er es bleiben lassen. Ansonsten kann sich bei der entprechenden Fantasie ein durchaus für beide reizvolles Spiel ergeben.

    Dass sich die Partner vorher real kennen müssen, wäre zwar vorteilhaft, halte ich aber nicht unbedingt für notwendig.

    Der größte Nachteil der Fernerziehung ist, dass die Partner nicht die Reaktionen des jeweiligen anderen sehen können. Deswegen sollten die Partner sich darüber einigen in welcher Form ein Partner einen Feedback vom anderen erhält, verbal, per Bild, etc. )

    Nicht jede Erziehung eignet sich für die Fernerziehung. Sich selber mit einer Gerte zu bestrafen, schlecht vorstellbar. Aber z.B das Tragen müssen eines Keuschheitsgürtels / -Käfigs über einen definierten Zeitraum wäre durchaus geeignet, sogar überwachbar. Wie gesagt, ohne Fantasie geht es eben nicht

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